Wie beeinflusst Nachhaltigkeit das Kaufverhalten?

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Es ist eindeutig, der Anteil der Verbraucher, die auf ein „sauberes“ Image von Marken achten, steigt stets an. Seit 2011 untersuchen Facit Research und Serviceplan, welche Unternehmen von Konsumenten als „nachhaltig“ eingestuft werden. Dabei gehen die Meinungen auseinander.

Bioprodukte in der Küche, SUV in der Garage
Knapp 59 % der Bevölkerung haben zu Nachhaltigkeit eine gespaltene Meinung. Sie sind unentschlossen. Viele von ihnen kaufen bewusst Produkte mit Bio-Siegel, können sich aber nicht von ihrem geliebten SUV trennen. Lediglich 31 % geben an, dass das Thema für sie bei der Kaufentscheidung irrelevant wäre.
Die restlichen 10 % sind „Überzeugungstäter“. Nachhaltigkeit ist für sie bei jedem Einkauf ein entscheidender Faktor. Diese Gruppe bietet für Hersteller und Werbende ein großes Marktpotenzial und kurbelt neue Geschäftsmodelle an.

Newcomer Bier und Körperpflege bereits an der Spitze

Im Laufe des Jahres 2017 lief eine Onlinebefragung, die SIS (Sustainability Image Score). Hier wurde insbesondere das Image etlicher Unternehmen aus allen Bereichen analysiert. Im letzten Jahr waren dies 109 Marken aus 15 Branchen. Die Newcomer-Branchen waren Bier und Körperpflege. Diese legten einen Senkrechtstart hin und erkämpften sich ihren Platz unter den Top-5-Unternehmen – Miele, Erdinger, Radeberger, Landliebe und Kneipp.
Interessant sind auch die Bottom 10. Auf den letzten Plätzen landeten vor allem Fast-Food-Anbieter, Textil-Discounter, Autohersteller und Banken. Die Deutsche Bank steht auf dem letzten Platz.

Ökologische, ökonomische und soziale Nachhaltigkeit
Die Onlinebefragung von mehr als 18000 Verbrauchern legte dar, dass die Konsumenten nicht etwa nur die Branchen, sondern auch die Unternehmenskultur, unterteilt in ökologische, ökonomische und soziale Nachhaltigkeit, wahrnehmen.
Die langfristige Verfolgung einer vor allem glaubwürdigen Nachhaltigkeitsstrategie ist das A und O – und das auf allen Unternehmensebenen. Corporate Responsibility soll nicht vorgespielt, sondern „gelebt“ und kommuniziert werden – intern sowie extern. Dass innerhalb einer Branche die Bewertung verschiedener Unternehmen weit auseinanderdriften kann, zeigt die Automobilbranche. VW und Audi standen im letzten Jahr am hinteren Ende, BMW auf Platz 10 des Rankings. Dazu gesellten sich Fast-Food-Anbieter, wie McDonald’s und Burger King, die sich trotz großer Kommunikationsversuche nicht in einem nachhaltigen Licht präsentieren konnten.

Auszeichnung für Nachhaltigkeit

Auch die Jury des Deutschen Nachhaltigkeitspreises bezieht sich auf den SIS.
Am 8. Dezember 2017 wurde dieser Award in Düsseldorf bereits zum zehnten Mal in den verschiedensten Kategorien (Unternehmen, Produkte, Bauen, Forschung etc.) vergeben. Vertreten waren unter anderem der Schokoladenhersteller Alfred Ritter, sowie Frosta Tiefkühlkost und die Deutsche Telekom.

Quelle:
HORIZONT 50/2017