Tschüss, Einhorn

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Im Supermarkt oder in der Drogerie, an diesen Fabelwesen führt nichts vorbei. Die Regale mit Einhorn-Artikeln sind kurz vorm Platzen. Ob Klopapier, Bratwurst oder Bier, das magische Tier hat kaum ein Produkt ausgelassen. Doch so langsam neigt sich dieser Trend dem Ende zu.

Endloser Hype
Die Huftiere mit dem Horn auf der Stirn dürfen zurzeit in keinem Einkaufswagen fehlen. „Das ist der Wahnsinn. Die Produkte laufen richtig gut!“, äußerte sich Christian Gossens, Inhaber einer Edeka-Filiale, in der W&V. Mehr als 30 Einhorn-Produkte hat Gossens im Regal. Kurz vor Karneval ging der Hype in der Filiale los und hält immer noch an.

Ältester Marketingtrick der Welt
Der Trend scheint so gut zu funktionieren, weil die Kunden mit Einhörnern positive Assoziationen verbinden, wie beispielsweise Kinderträume, Hoffnung oder nicht erwachsen werden. Das wohl bekannteste Einhorn-Produkt ist die Schokolade von Ritter Sport. Die Kunden hatten in den sozialen Netzwerken zu der Sorte angeregt und das Unternehmen reagierte mit einer Limited Edition. Das ist laut Marketingexperte Martin Fassnacht der älteste Marketingtrick der Welt. Es dauerte nicht lange, da war die Homepage des Unternehmens lahmgelegt.

Einhörner beleben die Marken
Wer ein Einhorn auf seiner Packung hat, wirkt jung und beweist Humor. Laut Werbepsychologe Joost van Treeck wollen die Unternehmen den Kunden zeigen, dass sie auf Augenhöhe sind und man miteinander reden kann. Dabei wird die Einhorn-Herde immer größer: Katjes hat sein Fruchtgummi-Sortiment mit sauren Zuckerkristallen als „feinem Feenstaub“ erweitert. Von Zwönitzer gibt es ein Einhorn-Bier mit Himbeergeschmack. Einhorn-Smoothies, Kekse, Pralinen und Joghurt gibt es beim Discounter Lidl. Und Funnyfrisch überlegt, die Chips-Sorte „Einhorn“ mit Himbeer-Brause-Geschmack auf den Markt zu bringen, wenn die Kunden im Online-Voting dafür stimmen. Also Einhörner soweit das Auge reicht. Doch wann ist die Schmerzgrenze ausgereizt?

dm ruft Ende des Hypes herbei
Klare Anzeichen für das bevorstehende Ende des Hypes sind bereits zu erkennen. Die Drogeriemarktkette dm hat mit der Eigenmarke Balea den ersten Schritt gewagt. Ein Duschgel mit zwei Dinosauriern darauf. Der eine mit bunten Farben ums Maul und das andere fragt: „Hast du das letzte Einhorn gegessen?“ Zwar wird das verneint aber der Name des Duschgels steht für sich: „Bye Bye Unicorn“.

Fazit
Aus Sicht mehrerer Branchenexperten werden die Einhörner nicht mehr lange auf alle möglichen Produkte gedruckt. Selbst der Schokoladenhersteller Ritter Sport, der den Trend mit seiner Einhorn-Edition losgetreten hat, glaubt, dass die Nachfrage nachlässt. Irgendwann ist es den Kunden nicht mehr frisch genug, dann ist es Zeit für einen neuen Trend.

Quelle:
wuv.de